Eine grundlegende Information zu Kizomba findet man ganz gut auf wenigen enzyklopädischen oder auch Tanz - Seiten im Internet, u.a.
auch bei meinem Tanzlehrer, Juan D. Lange.
KIZOMBA
Vielmehr kann ich auf meine Erfahrungswerte eingehen und damit die Hoffnung verbinden,
dass dieser wunderschöne, sanfte Tanz bekannter wird und mehr Anhänger findet. Man kann
den Alltag loslassen, alle Sorgen und Probleme dabei vergessen und tief in die Wellen und
Schwingungen der Musik eintauchen. Ein stressiger Arbeitstag ist im Nu vergessen, die
Großstadthektik bleibt irgendwo da draußen und innen, im Raum, im Körper, im Geist halten
Ruhe, Balance, ein "Sich-gut-fühlen" Einzug.
Auf die Entstehung, die Wurzeln und die verschiedenen Stile bzw. auch
Sänger möchte ich daher hier nicht weiter eingehen. Youtube bietet die
Möglichkeit, sich unterschiedliche Tänzer und Tanzstile anzuschauen.
In Deutschland noch relativ unbekannt und in Berlin bisher leider kaum ein Thema in der Tanzszene, hat sich Kizomba in anderen
europäischen Großstädten, wie Lissabon, Paris, Warschau und London bereits etabliert. Hier finden nicht nur Kizomba - Festivals
statt, sondern in mehreren Locations kann man Kizomba innerhalb eines großen multikulturellen Kreises an Tanzbegeisterten auf
regelmäßigen Veranstaltungen tanzen. Dabei geht es meist nur um Kizomba, ggf. noch Semba. In den lateinamerikanischen Clubs
gibt es oft mehrere Räume für die verschiedenen Tanzstile. Das Schöne daran ist, dass sich "Jung und Alt" vermischen und sich
ähnlich wie bei Salsa ein buntes Völkchen zusammenfindet.
In meinem Roman bin ich in zwei Kapiteln sehr intensiv auf die Art, wie Kizomba getanzt wird, eingegangen. Die Musik, die Lieder,
der Rhythmus - das steht am Anfang, lange bevor man Kizomba wirklich tanzt. Mittlerweile ist das Repertoire sehr vielgestaltig und
vermischt sich zuweilen mit anderen Musikstilen oder wird in anderen Sprachen gesungen, so dass der Ursprung und die
Tanzrichtung mitunter nur noch schwer erkennbar sind. Meine Empfehlung ist, am Anfang die ursprünglichen Lieder zu suchen und
genau auf den Klang der Instrumente, den Takt und die Art, wie gesungen wird, zu hören. Oftmals sind Laute oder Geräusche zu
erkennen, die aus der unmittelbaren Natur stammen: die Meeresbrandung, ein Hahn kräht, die Grillen zirpen usw. Man fühlt sich
dadurch integriert in den Gesang selbst. Man gehört dazu und fühlt sich wie mitten im Geschehen.
Die angolanischen Ursprünge sind oftmals in lebhafter, schwungvoller Musik zu hören. Die Musik aus Cabo Verde hingegen ist
sehr romantisch, mitunter melancholisch - die Geige spielt oft eine besondere Rolle in den Liedern. Der sinnlichste Ausdruck
widerspiegelt sich im Rhythmus der Morna. Das sind aber Tendenzen. Es kann auch mitunter genau in derselben
Ursprungsregion umgekehrt sein: in den Klängen der Coladeira verbinden sich pure Freude und lebhafte, fröhliche, nahezu
ausgelassene Bewegung. Auch dieser Tanz kommt vorwiegend aus Cabo Verde.
In der Mehrzahl der Lieder ist die Kizomba in portugiesischer Sprache, entsprechend ihrem Ursprung. Aber nichts ist beständiger
als die Veränderung: viele englische Songs gehören mittlerweile dazu, aber auch französische Lieder - überwiegend eigentlich ein
nahezu eindeutiges Merkmal für Zouk. Die Übergänge sind fließend, vermischen sich, so wie die vielen Tanzbegeisterten aus
vielen Ländern der Welt. Mit der Kizomba schwingen meist noch weitere Tänze mit, die in den jeweiligen Ursprungsländern eine
große Rolle spielen. Der schon erwähnte Zouk kommt von den französischsprachigen afrikanischen Inseln und betont sehr die
gefühlvolle Seite. Der Takt ist der gleiche wie bei Kizomba, wird aber anders getanzt.
Dieser kleine Exkurs soll nur einen ersten Eindruck von dieser wunderschönen Musikrichtung vermitteln. Wie sich diese Musik
anfühlt, wie sie begeistern kann und Menschen bezaubert - das alles ist in meinem Roman in eine Geschichte verwoben, die einen
kleinen Sonnenstrahl in das Grau des Alltags senden soll.
Viel Spaß beim Lesen!